SONNTAGSEVANGELIEN

 

Evangelien

 

2. Sonntag im Januar 2018

 

32. Sonntag nach Pfingsten

 

1. Evangelium:

 

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Wie geschrieben steht in den Propheten: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.« »Die Stimme eines Rufenden [ertönt] in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!« So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Und es ging zu ihm hinaus das ganze Land Judäa und die Bewohner von Jerusalem, und es wurden von ihm alle im Jordan getauft, die ihre Sünden bekannten. Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und er aß Heuschrecken und wilden Honig. Und er verkündigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm gebückt seinen Schuhriemen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.                                                                           Mk 1, 1-8

 

Der Hl. Johannes der Täufer als Herold der Kirche

 

„Es kam aber das Wort‟, damit der heilige Täufer Johannes Buße predigen solle. Darum erblickt man zumeist im heiligen Johannes einen Typus (ein Symbol) des Gesetzes, weil das Gesetz die Sünde wohl aufdecken konnte, nicht vergeben konnte. Denn das Gesetz rief einen, der den Weg der Heiden einschlug, nur zurück, hielt ihn von Verbrechen ab, mahnte ihn zur Buße, um Gnade finden zu können. „Das Gesetz (des Mose) aber und die Propheten reichten bis auf Johannes.‟ Johannes aber ist der Herold Christi. So ist das Gesetz der Herold der Kirche und der Bußweg zur Gnade.

Hl. Ambrosius von Mailand

 

2. Evangelium:

 

In jener Zeit kehrten die Hirten wieder um und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. Und als acht Tage vollendet waren, als man das Kind beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleib empfangen worden war. Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm. Und seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach dem Brauch des Festes hinauf nach Jerusalem. Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und Joseph und seine Mutter wussten es nicht. Da sie aber meinten, er wäre bei den Reisegefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und unter den Bekannten. Und weil sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie befragte. Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über sein Verständnis und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht! Und er sprach zu ihnen: Weshalb habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und ordnete sich ihnen unter. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.                                                                Lk 2, 20-21; 40-52

 

Nach Weihnachten

 

Predigt von Metropolit Antonij von Sourozh

 

Lasst uns in unserer Fantasie zweitausend Jahre zurückreisen. Was für ein wunderbares Gefühl sollte uns dann erfassen. Schon eine ganze Woche ist es her, seit dem die Welt eine andere geworden ist. Die Welt, die für tausende von Jahren wie ein verlorenes Schaf umherirrte, ist jetzt gefunden und aufgehoben auf den Schultern des Gottessohnes, der ein Menschensohn geworden ist. Der unüberwindbare Abgrund, den die Sünde zwischen Gott und dem Menschen aufgerissen hat, ist nun – wenn auch nur im Ansatz – überwunden. Gott ist in die Geschichte hineingetreten. Gott selbst ist Mensch geworden. Gott hat Fleisch angenommen und alles Sichtbare, all das, was sich uns wegen unserer Blindheit als tote und träge Materie darstellt, kann sich nun rühmen und sich als Sein eigener Leib begreifen. Es ist etwas vorher nie da Gewesenes geschehen und die Welt ist schon nicht mehr, was sie einmal war. Zur Menschwerdung gehört aber auch noch ein anderer Aspekt. Gott ist Mensch geworden und Gott hat durch Christus Worte entscheidender Wahrheit gesprochen. Eine solche Wahrheit, die – wie Hefe, die in einen Teig gegeben wird – allmählich die Welt verändert. Gott hat uns die Größe des Menschen offenbart. Christus, nachdem Er Mensch geworden war, war ein Beweis - und bleibt dies für immer – dass der Mensch so großartig ist, so tiefgründig und so geheimnisvoll tief, dass er in sich nicht nur die Anwesenheit Gottes erfassen kann, wie eine Kirche oder ein Tempel, sondern sich auch mit Gott verbinden kann und Anteil gewinnen kann an der göttlichen Natur, wie es der Apostel Petrus in seinem Brief ausdrückt.

Der Mensch ist so großartig, dass sich Gott – wie weit wir auch von unserer Berufung abkommen und wie nichtswürdig wir uns ihr gegenüber auch erweisen mögen - mit uns niemals auf etwas anderes einlässt, als dass Er unser Vater ist und wir Seine Söhne und Töchter – Söhne und Töchter des Allerhöchsten.

Der Verlorene Sohn bat seinen Vater, dass dieser ihn als einen seiner Knechte aufnimmt, da er sich nicht für würdig befand, sich weiterhin als Sohn zu begreifen. Der Vater ließ sich jedoch nicht darauf ein. Als der Sohn seine Schuld einzugestehen begann, unterbrach ihn der Vater, bevor jener seine Idee, als Knecht bei ihm zu arbeiten, ausgesprochen hatte. Denn Gott lässt es nicht zu, dass wir vor Ihn treten als Geknechtete. Wir sind nicht seine Sklaven und Diener. Hat nicht etwa Christus zu seinen Jüngern gesagt: Ich nenne euch nicht weiter meine Diener, denn der Diener kennt nicht den Willen seines Herrn. Ich habe euch alles gesagt.

Und ebenso: in Christus ist uns offenbart und durch Ihn verkündet, dass jeder einzelne Mensch von unschätzbarem Wert ist. Christus lebt und stirbt für jeden von uns. Es geht hier nicht um Gruppen, sondern um jeden einzelnen von uns. Jeder von uns – so heißt es im Buch der Offenbarung – hat bei Gott einen Namen. Diesen Namen werden wir erfahren am Ende der Zeiten. Ihn kennt jedoch niemand außer Gott und der, der ihn erhält. Dieser Name ist unser Verhältnis zu Gott, er ist einzigartig und unwiederholbar. Jeder von uns ist für Gott einzigartig. Wie wunderbar ist das! Die alte Welt kannte Völker und Rassen, sie kannte Sklaven und Herren, sie teilte die Menschen in Kategorien ein, so wie es auch die moderne Welt tut, die immer tiefer absinkt und zum Heidentum zurückkehrt, indem sie die Menschen nach Kategorien, Typen und Gruppen unterscheidet. Nur für Gott allein geht es bei uns Menschen um lebendige Persönlichkeiten, um Männer und Frauen.

Christus hat uns ebenso eine neue Gerechtigkeit, eine neue Wahrheit gebracht. Er hat sie uns verkündet. Es ist nicht mehr die bestimmende und strafende Gerechtigkeit des Gesetzes, sondern eine Wahrheit einer anderen Art. Wenn Christus zu uns sagt: Lasst eure Gerechtigkeit höher sein als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, dann zeigt Er damit, wie Gott zu jedem von uns steht. Er nimmt jeden von uns an, so wie wir sind. Er nimmt den Rechtschaffenden so an wie auch den Übeltäter. Er freut sich über das Gute und stirbt für jeden Sünder, dass auch dieser das Heil erlangen möge.

Gott hat uns dazu berufen, dies auch zu beherzigen und uns auch so zu verhalten. Nicht nur unter uns Christen, sondern auch unter all den Menschen, die uns umgeben. Wir sollten uns jedem Menschen gegenüber so verhalten, dass unsere Gerechtigkeit niemanden richtet, sondern in jedem Menschen die Schönheit erkennt, mit der Gott ihn ausgestattet hat und die wir Gottes Bild im Menschen nennen. Wir sollten uns vor dieser Schönheit verneigen und jedem Menschen helfen, dass diese Schönheit in ihm in all ihrem Glanz erstrahlen kann und alles Finstere und Üble zerstreut. Diese Schönheit sollten wir in jedem Menschen erkennen und ihr einen Weg aufzeigen, dass sie Wirklichkeit werden kann, siegen und lichtvoll erstrahlen.

Er hat uns ebenso eine solche Liebe offenbart, die die Welt vor Christus nicht kannte und die die moderne Welt, wie es ebenso auch die alte Welt getan hat, so fürchtet. Eine Liebe, die dazu bereit ist, verletzt zu werden, hilflos zu sein, die sich ganz hingibt und sich dabei nicht schont, die großzügig ist und sich opfert, die ohne Maßen gibt und nicht nur das, was sie hat, sondern auch sich selbst. Das ist es, was das Evangelium und die Menschwerdung Gottes der Welt gebracht haben, und dies lebt nun alles in unserer Welt.

Christus hat gesagt, dass das Licht in der Dunkelheit aufscheint und dass die Finsternis es nicht ergreifen kann, es aber ebenso auch nicht auslöschen kann. Dieses Licht leuchtet und wird auch immer leuchten. Siegen kann es jedoch nur, wenn wir es verkünden und wir die Gebote von der Wahrheit und der Liebe in Leben verwandeln. Wenn wir Gottes Sicht auf die Welt annehmen und der ganzen Welt beweisen, dass unser Glauben, das heißt unsere Überzeugung und Hoffnung die einzigste Kraft ist, die anderen helfen kann, ein neues Leben zu beginnen. Doch dafür, damit die Menschen neu zu leben beginnen, müssen sie dieses Neue bei uns sehen und erleben. Die Welt ist nur im Ansatz neu geworden durch die Vereinigung Gottes mit dem Menschen, als das Wort Fleisch geworden war. Wir sind nun dazu berufen, dieses Neue auch zu verkünden, den Glanz und die Herrlichkeit Gottes auch in die Finsternis und die Dämmerungen dieser Welt zu tragen. Möge Gott uns Mut und Liebe schenken, dass wir mit großzügigem Herzen Seine Verkünder und Seine Zeugen sein können. Der Segen des Herrn, Dessen Gnade und Menschenliebe sei mit euch, jetzt und immer dar und von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

 

3. Evangelium:

 

Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz mit einer Menge seiner Jünger und einer großen Menge Volkes aus ganz Judäa und von Jerusalem und von der Meeresküste von Tyrus und Zidon, die gekommen waren, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten, auch die, welche von unreinen Geistern geplagt waren; und sie wurden geheilt. Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle. Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Glückselig seid ihr Armen, denn das Reich Gottes ist euer! Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr sollt gesättigt werden! Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen! Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag und hüpft! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.                                                                                                                                                                          

    Lk 6, 17-23

 

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